Wow, was für ein Jahr. Der Januar beging wie der Dezember aufhörte. Nicht gut, nach einen super Oktober 2017 waren die Gedanken wieder getrübt. Ich dachte echt “jetzt geht es los”. Pustekuchen. Wo für andere das Hauptgeschäft lief, lief es für mich wie 40 Grad im Schatten … Dann hatten wir auch noch das 1. GrosseWolle Stricktreffen. Für mich war es eine interessante Gelegenheit viele neue Gesichter kennenzulernen, verfolgt habe ich diese Treffen zu veranstalten danach leider nicht mehr. Vielleicht ja im neuen Jahr?

Ich lasse mich nicht unterkriegen, das sagte ich schon immer. Viel zu oft habe ich aufgegeben, nicht diesmal, diesmal steckt zu viel Liebe drin. Ich saß, ich überlegte, was mache ich. Und im Januar sind dann auch zwei große Ideen entstanden. Zum einen habe ich versucht YouTube auf mich aufmerksam zu machen und zum anderen habe ich unseren “GrosseWolle Club” auf Papier gebracht.

Mit vier Testern habe ich es gewagt ab Februar den Club ins Leben zu rufen. Erstmal nur mit den vieren, ich wollte sehen wie es abläuft, wie es funktioniert. Wir haben ja nicht nur jeden Monat einen Strang Wolle rausgeschickt. Es gab Clubrabatt, Kostenlose Lieferungen, jeden Monat Wunschwolle … das war schon etwas mehr. Und wieder einmal wollte ich einfach anders sein. Gelang mir doch irgendwie oder?

Der Februar war auch erstaunlich gut. Dann ging es in den März, der März bedeutet mir sehr viel. Da ist viel passiert!

Warum war der März so wichtig?

Es ist ganz einfach, der März hat viele Grundsteine gelegt. Wir fangen am Anfang an. Wir saßen abends bei unseren Persisch-Iranischen Freunden und warteten das sie unser Essen fertig machten. Wir lieben es einfach … glaube zu Spitzenzeiten habe ich lieber von da gegessen als selbst zu kochen 😀 … ich kann aber auch kochen!

Zurück zum Thema. Wir saßen da, plötzlich kam ich auf eine Idee. Könnte ich nicht ein Kamelgarn produzieren? Gibt es Kamele in Deutschland? Schnell gesucht und schon gefunden. Ich war ganz aus dem Häuschen, hätte am liebsten um 22 Uhr abends angerufen. In den nächsten Tagen habe ich mit vielen Farmen telefoniert und auch geschrieben. Eine Farm, bei mir in der Nähe in Brandenburg hat mich sogar gleich eingeladen. Das war besonders toll!

Im gleichen Monat bin ich dann noch zu den Kamelen gefahren und ich habe zum ersten Mal in meinen Leben Kamele anfassen können! Wisst ihr was so erstaunlich ist? Diese Tiere sind so groß und kommen alle auf dich zu, du musst ganz locker bleiben. Sie wollen dich nur begrüßen und ihrer Herde willkommen heißen. Da war es passiert, ich habe mich in die Kamele verliebt.

30 Min später habe ich erstmal mehrere Kilo Rohwolle mitgenommen. Ohne zu wissen wie hart diese Arbeit wird! Einige Wochen später war ich mit Freunden und seiner Familie da, wir hatten gemeinsam einen super Nachmittag mit den Tieren und ich habe wieder mehrere Kilo Rohwolle mit genommen :D.

Ich wusste das ich ein Problem mit dem entgrannen haben werde. Darum habe ich es versucht per Hand zu entgrannen und dachte mir, der Rest schafft schon die Maschine. Puste Kuchen … dazu später mehr. Der Monat endete mit dem Besuch auf der H+H in Köln. Das war für mich ein super spannendes Erlebnis, denn ich konnte ein paar bekannte Gesichter aus der Instagram Welt kennenlernen und habe etwas Inspiration mitgenommen. Nebenher öffneten wir im März auch die Türen zum GrosseWolle Club. Wir wollten nicht mehr als 12 Mitglieder, die waren innerhalb weniger Stunden voll! Toller Monat, der war sehr wichtig für uns.

Weiter ging es mit dem April

Der April war in mehreren Seiten ein interessanter und auch vielleicht ein nicht so schöner Monat für mich. Einerseits war das Wetter super, ich konnte schon in meinen Garten und mein Geburtstag war auch.

Anderseits gab es für mich Berufliche Veränderungen, mein Auftraggeber hat quasi meinen “Job gelöscht” und somit war ich den Auftrag los. Doofe Sache. In dieser Zeit konnte ich noch gar nicht daran denken von meinen Wollverkauf zu leben. Das war noch weit entfernt. Abgesehen davon lief der Monat auch wesentlich schlechter als der März, also wurden wieder alle Hoffnungen kaputt gemacht. Schade, aber wie schon im Januar habe ich mir gesagt “weiter machen!”.

Darum habe ich auch in meinem Büro gesessen und versucht Kamelwolle zu entgrannen 😀 … hinterher ist man immer schlauer. Alle Fenster waren aufgerissen, damit sich der Geruch nicht festigt. Das war echt interessant! Und sehr belehrend. Es gibt übrigens keine Bilder wie ich danach aussah.

Der Mai

Bereits im April hatte ich mir Notizen zu unseren zweiten Label Amoratura gemacht. Also die Idee ist da schon entstanden, sowie der Name. Ich wusste aber nicht genau was ich da verkaufen wollte. Ich habe Schäfereien auf der ganzen Welt kontaktiert, kleine und große Firmen. Habe Gespräche im Asiatischen Markt für deren Kamelwolle, Angora, Cashmere geführt. Glücklich hat mich das alles nicht gemacht. Ich wollte bei meinem Plan bleiben. Und Amoraura sollte noch einmal mehr für Natur stehen. Da war ein weiter Wollshop nur mit Garnen aus aller Welt nicht das richtige für mich.

Also habe ich einen Aufruf gestartet das wir Pflanzen- und Naturfärber suchen. Es haben sich soviel gemeldet und mit zweien habe ich dann nähere Gespräche geführt. Es war spannend zu sehen wie auf meine Idee, unser Deutsches Merinogarn mit der Kunst von Pflanzen – und Naturfarben zu kombinieren reagiert wurde. Relativ schnell konnten wir auch die ersten Testfärbungen starten.

Und auch hier war es wieder so, dass mein Anfangsplan ein ganz anderer war. Wir wollten zwei oder mehr Färber in einen Shop vereinen. Was vielleicht auch keine schlechte Idee war, aber am Ende macht das nur mehr Arbeit und für den Kunden ist das auch schwierig sich zwischen zwei zu entscheiden, wenn die Farben vielleicht auch noch sehr ähnlich sind. Ich sage jetzt mal “leider” hat sich diese Idee auch schnell von selbst gelöst. Mit Margit von Alte Künste hatte ich aber ein tolles Telefonat, ihre unfassbare Professionalität und ihr Wissen haben mich dann auch voll überzeugt. Und am Ende wusste sie auch, dass wir unser Brot damit verdienen müssen. So haben wir sehr schnell eine sehr gute Lösung für beide Seiten entdeckt und bis heute pflegen wir eine tolle Geschäftliche Beziehung. Vielen Dank dafür an Margit von Alte Künste.

Juni – weniger Spannend und doch erschreckend

Ja der Juni, der war in vielerlei Hinsicht sehr erschreckend und weniger Spannend. Es war aber auch der Anfang einer Wende!

Im Juni habe ich meinen aktuellen “Job” angefangen, der mich bis heute noch begleitet, aber nicht mehr lange. Es beging meine Reisen nach Braunschweig und Hannover. Jeden Tag, immer mit dem ICE unterwegs. ca. 3 Stunden am Tag. Die gute Nachricht, mir gefällt es! Ich finde es schön im Zug, ich mag die Bahn echt gerne. Mögen die Leute und die Presse meckern was sie wollen, ich habe beste Erfahrungen. Und ja, ich bin 2. Klasse Fahrer. Ich kann aber sagen das der Zug in der 1. Klasse auch nicht schneller fährt ;).

Zurück zum Thema. Abgesehen davon das der Umsatz seit Februar (ausnähme März) fast gleichgeblieben ist, gab es ein wichtiges Telefonat für mich. Wie es immer so ist, kann ein neuen Unternehmen nicht ständig auf einer “Ebene” bleiben, es muss wachsen. Wir standen irgendwie die letzten 4 Monate. Das hat bei mein Dad der mich hier voll und ganz unterstützt nicht die beste Laune hervorgerufen. So wagte ich ein sehr risikoreiches Kommentar:

Ab Juli wird alles besser!

Wieso sollte ab Juli alles besser werden? Wir haben 35 Grad, Wochenlang kein Regen … wir haben keine so dünne Wolle. Strickt jemand überhaupt bei dem Wetter? All diese Fragen konnte man mir stellen. Und ganz ehrlich, ich fragte sie mich auch. Ich habe aber trotzdem diesen Satz gewagt, weil ich Ruhe brauchte um zu Überlegen was ich verändern muss. Was muss ich tuen damit ihr da draußen meine Wolle entdeckt und genauso Lieben lernt wie ich es seit fast 2 Jahren tue. Was muss ich tun, damit mein Traum nicht schon im Herbst vorbei ist.

Das was es mit Teil 1. Ich mache an dieser Stelle und in diesen “Monat Juni” noch vor Silvester 2018 weiter. Ich freue mich über euer erstes Feedback zu unseren Jahresrückblick.  Und wie es oft so ist, wird es erst in der zweiten Hälfte so richtig spannend 😀